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Paradise Lost, 21.02.08, SB |
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Geschrieben von Tati
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Sonntag, 9. März 2008 |
Paradise Lost 21.02.2008 Garage Saarbrücken
Sage und schreibe siebzehn Jahre ist es nun her, als ich zum ersten Mal Paradise Lost hörte. Beeinflusst von einem guten Review kaufte ich, ohne konkrete Vorstellungen wie die Musik der englischen Band aus Yorkshire wohl klingen würde, das Album „Gothic“. Das war 1991. Ich war gerade dabei, die Schule abzuschließen, war voll sozialisiert in der damaligen Metalszene, liebte Deathmetal und Blind Guardian und war schlichtweg nur fasziniert, was die jungen Briten da ablieferten. Mit „Gothic“ kam die Seele, oder vielleicht besser gesagt die breite Gefühlsspanne meines ganz persönlichen Seelenlebens zwischen aggressiver Wildheit, melancholischer Verträumtheit und brennender Sehnsucht im Sinne der klassischen Romantik in die Musik. Bis heute gibt es sehr alte Stücke von Paradise Lost, die nach langer Zeit wieder gehört, Offenbarungscharakter besitzen.1992 sah ich die Band dann zum ersten Mal live, in Völklingen/Luisenthal, einer schäbigen Halle mit miesem Sound. Ein Jahr später sah ich sie nochmals, mit dem starken „Icon“ Album im Gepäck. Obwohl es der Band bei beiden Konzerten gelang, die ihrer Musik typische Stimmung überzeugend auf das Publikum zu übertragen, so enttäuschte damals Frontmann Nick Holmes mit seiner gesanglich sehr schwachen Leistung. Umso gespannter war ich nun, wie Paradise Lost im Jahr 2008 wohl live rüberkommen. Schließlich mag ich die Band bis heute sehr. Mit den Alben zwischen 1995 und 1999 konnte ich zwar weniger anfangen. Mit der 2001er Veröffentlichung „Believe in nothing“ fanden aber die Werke der Band mit Regelmäßigkeit ihren Ehrenplatz in meiner CD Sammlung.
Paradise Lost sind zurzeit eigentlich als Support für HIM in Deutschland und Europa in zum Teil ausverkauften Hallen unterwegs. Die Fans in Stuttgart und Saarbrücken hatten jedoch das Glück, Paradise Lost als Headliner zu sehen, unterstützt von der deutschen Band „Lacrimas Profundere“, der ich allerdings nur eines abgewinnen kann: Sie stammen aus Waging am See, wo ich als Kind einige schöne Urlaube verbracht habe. Die Musik der Bayern hat mich noch nie angesprochen...
Endlich geht das Licht aus. Paradise Lost. Die Menschenmenge in der gut gefüllten Garage jubelt auf und „The Enemy“ vom neuen Album „In Requiem“ beginnt. Der Sound ist fantastisch, die Band spielt punktgenau und meine leise Nervosität legt sich, denn Nick Holmes, inzwischen wieder mit recht ansehnlich langer Haarpracht, bringt gesanglich auch das rüber, was er auf den Studioproduktionen leistet. Dennoch agiert er zurückhaltend, fast schon distanziert. Das zweite Stück „Of ash and debris“, ebenfalls vom neuen Album, lebt dann ganz von Gregor Mackintoshs Melodielinien. Sein Gitarrenspiel prägt alle Stücke der Band und lässt die Seele der Hörer mitschwingen...
Weiter geht es mit „Mystify“ und „No Celebrations“ von der „Symbol of Life“-CD, um mit „True Believe“ (vom Album „Icon“) und „As I die“ (vom Album „Shades of God“) einen ersten Höhepunkt anzusteuern. Nach dem neuen „Praise lamented shade“ und „Enchantment“ vom Album „Draconian Times“ geht es weiter mit den brandneuen Song „Requiem“, dem Titeltrack des neuen Albums, der am Ende ein wahres Feuerwerk an emotionaler Intensität abbrennt. In diesem Stück spiegelt sich die ganze Atmosphäre des neuen Albums wieder, welches Mackintosh so beschrieben hat: „In Requiem ist eine bewusste Entscheidung, unseren Sound roher, organischer und weniger glatt zu gestalten. Musikalisch geht es dabei um die Balance zwischen Brutalität und Empathie, zwischen Schrecken und Schönheit. Es ist weder eine überschwängliche Jubelfeier noch eine todtraurige Wehklage. Das Album liefert die gesamte Gefühlspalette, umrahmt von Leben und Tod.“
Nach „Unreachable“ machen Paradise Lost mit „Gothic“ endlich deutlich, daß sie die Erfinder des Gothicmetals sind und ihnen keine der Bands, die sich eben diesen Stil auf die Fahnen schreiben, das Wasser reichen kann. Bemerkenswert ist, daß die female vocals in diesem Song vom Band kommen und dennoch das Stück perfekt umgesetzt wurde. Nick Holmes ist deutlich lockerer geworden, wenn auch offenbar wird, dass er kein Entertainer ist, was ja auch nicht passen würde. Mit „One Second“ vom gleichnamigen Album und „The last time“ ("Draconian Times") werden wieder die älteren Bandtage gewürdigt. „Never for the damned“, „Erased“ und „Over the madness“ leiten das Ende des wundervollen Konzertes ein, welches mit „Say just word“ eine würdige Vollendung findet. Gerne hätte ich noch „The Painless“ vom Gothic-Album gehört, mein absolutes Lieblingsstück, aber so ist es mit Paradise Lost, sie wühlen die Seele auf und wecken die Sehnsucht...
Ein wunderbares Konzert...
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Tati
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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 11. März 2008 )
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